Häuserkampfdienst

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Informationen zum Ausbildungsablauf findest du hier.

Urbane Sicherung

Im Häuserkampf oder im Englischen Close Quarter Battle (CQB) werden spezielle Sicherungspositionen angewendet, um nicht von feindlichen Einheiten überrascht zu werden. Im großen Stil werden in diesem Beitrag die Kreuzsicherung und Straßensicherung von Bedeutung sein. Genau genommen unterscheidet man CQC (Close Quarter Combat), der Kampf Mann gegen Mann, und CQB, den Kampf von mehr als einem Mann gegen Feinde auf nächste Distanz. Erfahrungsgemäß handelt es sich in beiden Fällen um eine maximale Kampfdistanz von etwa 50m. Als Folge des Irakkrieges wurden Ausbildungen im CQB immer wichtiger, nicht nur für Militärs, sondern auch für Polizeistreitkräfte.

Kreuzsicherung

Eine Kreuzsicherung wird gekennzeichnet durch die spezifische Stellung der Soldaten, die sie ausführen. Im Wesentlichen schießt der Buddy relativ knapp beim anderen Soldaten vorbei, wenn die Situation es erfordert. Durch diese exotische Aufstellung der Schützen wird gewährleistet, dass sie sich gegenseitig decken und Ziele ansagen. Diese Stellung wird öfters für die Absicherung von Straßen oder Gassen verwendet, um sie folglich rasch zu überqueren. Im Häuserkampf ist sie deshalb nicht mehr wegzudenken und wird als Standard, nachdem der Dienst absolviert worden ist, vorausgesetzt.

Die Ausführung ist ebenso simpel wie es der Name vermuten lässt. Abbildung 1 (Abb. 1) zeigt beispielsweise die Positionierung der Soldaten. Anhand dieses Beispieles führt Buddy-Team 1 (Soldat 1 und 3) die Kreuzsicherung durch. Jeder Soldat deckt die 6-Uhr Position des Buddys ab und riskiert somit nicht in den Rücken geschossen zu werden. Im allgemeinen handelt es sich bei dieser Sicherungsvariante um eine durchaus defensive Stellung, die bevorzugt im urbanen Gelände ihre Verwendung findet. Als Beispiel wird Abb. 2 herangeführt.

Der Befehl lautet wie folgt: Team Kreuzsicherung aufbauen Hinweise.

Beispiele
Buddy-Team 1 Kreuzsicherung aufbauen bei Häuserecke.
Buddy-Team 2 Kreuzsicherung aufbauen auf Höhe der Mülltonne.
3 und 4 Kreuzsicherung aufbauen 50 Meter in Marschrichtung.
Abb. 1: Kreuzsicherung in der Theorie
Abb. 2: Kreuzsicherung in der Praxis

Straßensicherung

Eine Straßensicherung wird genauso wie bei der Kreuzsicherung von Buddy-Teams ausgeführt. Im Grunde genommen lassen sich Straßensicherungen nicht nur im urbanen Gebieten einsetzen, sondern auch im offenen Gelände. Straßensicherungen werden angewendet, um Straßen oder Gassen schnell zu überspringen. Eine Kreuzsicherung kann auch als Straßensicherung genutzt werden.

Die Ausführung ist ebenso einfach wie ihr Name. Ein Team bildet das Sicherungselement, indem es die Straße beidseitig absichert, und ein anderes Team bildet das sprintende Element, welches die Straße überspringt. Wenn das sich bewegende Team an der anderen Straßenseite angekommen ist, baut es dort eine beidseitige Straßensicherung auf, um das vorherige Sicherungsteam die Möglichkeit zu bieten die Straßen sicher zu überqueren. Die Theorie kann hierfür bei Abb. 3 abgelesen werden. Ein Beispiel für die Praxisanwendung zeigt Abb. 4.

Der Befehl sieht wie folgt aus: Team Straßensicherung aufbauen Hinweise.

Beispiele
Buddy-Team 1 Straßensicherung aufbauen in Marschrichtung.
Buddy-Team 2 Straßensicherung aufbauen in Deckung beim Stein.
2 und 4 Straßensicherung aufbauen, 1 und 3 Straße überspringen auf mein Zeichen.
Abb. 3: Straßensicherung in der Theorie
Abb. 4: Straßensicherung in der Praxis

Close Quarter Battle

Wie bereits erwähnt handelt es sich beim CQB um Gefechte, die im Nahbereich stattfinden. Um die Effektivität bei diesen Scharmützeln zu verbessern und um die Zahl der Ausfälle zu reduzieren wurden spezielle Taktiken entwickelt, die sich im Häuserkampf als nützlich erweisen. Zum einen wird beim Stürmen von Compounds die Crossover-Methode verwendet, die sich durch ihre schnelle Ausführung kennzeichnet, und zum anderen wird die Strom-Methode eingesetzt, um Gebäuden schnell zu sichern.

Crossover

Beim Stürmen von Compounds hat sich hauptsächlich die Crossover Variante durchgesetzt. Diese Methode ist in der Theorie leicht ersichtlich und kann bei der praktischen Umsetzung je nach Situation variieren. Die Voraussetzung, um diese Methode anzuwenden ist eine Öffnung im Mauerwerk, zum Beispiel ein Tor oder ein Loch. Bei der Ausführung platziert sich jeweils ein Buddy-Team links- und rechtsseitig der Öffnung. Die Soldaten, die sich direkt an den Ecken befinden, wenden die Kreuzsicherung an, um erste Einblicke in den Compound zu erlangen. Nachdem der Teamführer die Abrage an das andere Buddy-Team stellt, und dieses mit BEREIT antwortet, rücken die Buddy-Teams in den Compound ein. Soldat 1 wird hierfür den Totenwinkel gegenüber seiner Mauer checken, sein Buddy (Soldat 3) wird dann seine Flanke decken. Das selbe passiert auf der anderen Seite, Soldat 2 checkt den Totenwinkel gegenüber seiner Mauer nach Gegnern ab während er von seinem Buddy Flankenschutz erhält.

Die Theoretische Umsetzung kann aus Abb. 5 entnommen werden. Am wichtigsten ist, dass 1 und 2 einen Blick in den Compound werfen, um sicher zustellen, dass sich hinter dem Tor/Loch keine Gegner befinden.

Der Befehl sieht wie folgt aus: Crossover Hinweise.

Beispiele
Crossover Team 1 links, Team 2 rechts.
Crossover Buddy-Team blau links, Buddy-Team rot rechts, einrücken auf mein Zeichen.
Bravo 1 Crossover beim Tor. 1 und 3 links aufbauen, 2 und 4 rechts.
Abb. 5: Theorie zu Crossover

Strom

Die Anwendung der Strom-Methode begrenzt sich hauptsächlich auf das Stürmen von Gebäuden oder in Ausnahmefällen, wenn das Team den gefährlichen Eingang nicht überspringen will, beim Eindringen in Compounds. In der Praxis ist diese Methode am einfachsten umzusetzen und bietet ein einheitliches Stürmen in Gebäude. Bei der Ausführung platziert sich das gesamte Fireteam neben der Tür mit Ausnahme des letzten Mannes, der sich auf der anderen Seite der Tür befindet, um diese für seine Kameraden zu öffnen. Nach einer kurzen Abfrage öffnet Soldat 4 die Tür und das restliche Team rückt in den Raum ein. Falls sich in diesem Raum wieder eine Tür zu einem anderen Raum befindet, begibt sich das Team wieder in Stellung und wendet wieder den Strom an.

Zu beachten ist in welche Richtung die Tür aufgeht!

Der Befehl sieht wie folgt aus: Strom aufbauen Hinweise.

Beispiele
Strom aufbauen bei Hauswand in Marschrichtung.
Strom aufbauen bei der Hintertür.
Strom aufbauen beim Haus auf 0-8-6.
Abb. 6: Theorie zur Strom-Methode

Handgranaten

Die Handgranate wird im taktischen Einsatz im Regelfall zur Bekämpfung von Soldaten bis zur Distanz von etwa 30-40 Metern verwendet, das heißt der durch menschliches Wurfvermögen erreichbaren Entfernung. Zum Einsatz kommt sie dort, wo der Gegner, wie zum Beispiel im Häuserkampf, bei Grabenkämpfen sowie bei Angriffen auf Bunker, eine eingeschränkte Bewegungsfähigkeit hat. Begonnen hat die Entwicklung der Granaten in China 960 bis 1279. Dennoch brauchte die Erfindung 00 Jahre bis sie nach Europa kam und eingesetzt wird. Aus der Weiterentwicklung dieses Wurfgeschosses gingen Blend-, Rauch- und Splittergranaten hervor, die wir nun auch in Arma 3 verwenden. Jeder Typ ist für ein anderes Aufgabengebiet bestimmt, alle sollten jedoch immer nur auf Befehl verwendet werden, um Verletzungen oder Ausfälle zu vermeiden.

Blendgranaten

Eine Blendgranate, oder auch Flashbang, ist eine Granate, die mit einem lauten Knall und sehr hellem Licht explodiert. Personen, die sich in der Nähe aufhalten, werden dabei kurzzeitig orientierungslos, da Seh- und Hörwahrnehmung stark beeinträchtigt werden. Bei der Explosion entstehen keine Splitter. Dies hat den Vorteil, dass sie auch in der Nähe von Zivilpersonen gezündet werden kann, ohne das Menschen zu Schade kommen.

Rauchgranaten

Rauchgranaten können genutzt werden um Ziele zu markieren oder um Sichtdeckung zu legen. Im Close Quarter Battle können sie verwendet werden um Straßen oder Gassen einzurauchen, womit die Bewegungsfreiheit bei Beschuss verbessert wird. Falls die Anzahl der Ausfälle zu stark ansteigt können Rauchgranaten den Rückzug decken bzw. können die Verwundeten in Sicherheit gebracht werden. Üblich wird hierfür weißer Rauch verwendet.

Splittergranaten

Splittergranaten sind die älterste Form von Handgranaten. Nichts desto trotz sind sie immer noch in Verwendung. Bei der Zündung dieser Granate werden Splitter freigesetzt, die wild durch den Raum fliegen. Diese Splitter sind in vielen Fällen die Todesursache der Opfer. Im Einsatz eignen sie sich besonders gut für die Sicherung von Gebäuden. Personen, die sich im Explosionsradius befinden werden schwer verletzt bzw. kampfunfähig gemacht.